Pfingstsonntag - 31. Mai

Pfingsten - "Es soll nicht durch Heer oder Kraft geschehen, sondern durch meinen Geist..." Sacharja 4,6b

Kurzpredigt zu  2. Timotheus 1,7  von Pfarrer Arnold Steiner

Es wirken mit:
Almut & Gerald Jödicke

Therese & Reto Cuonz

Christoph Germann, Orgel und Gesang


Liedtext und -noten RG  512 "Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen

Lied vom Tag

De Christoph Germann singt und spielt
Gottes Liebi isch so wunderbar

Gschicht vom Tag

Dreiunddreissig Jahre später

«Was mag wohl aus dem Kind geworden sein?» fragte sich der alte König. Während seines ganzen Lebens konnte er jene Reise damals und den wunderbaren Stern nicht vergessen: Erst waren sie fasziniert dem Stern gefolgt. Dann die Augenblicke in dem Stall in Bethlehem. «Ob dieses Kind inzwischen als mächtiger König regiert?» Und er machte sich noch einmal auf. Allein – wagte er noch einmal den langen Weg; die beiden sternkundigen Gefährten von damals waren inzwischen gestorben.

 

In Jerusalem konnte man sich wohl an jenen wundervollen Stern erinnern, aber keinesfalls an ein Königskind…

Die Menschen belächelten den Alten.

In Bethlehem schüttelten sie den Kopf: Ein Jesus von Bethlehem war ihnen nicht bekannt – wohl einer aus Nazareth, dieser Gotteslästerer! Er war vor ein paar Wochen hingerichtet worden.

Traurig reist er nach Jerusalem zurück. Dort war gerade Erntedankfest für die Weizenernte, das Pfingstfest. Im Trubel der feiernden Menschen geriet er in einen Volksauflauf Neugierig drängte er sich vor und hörte die Leute rufen: «Die sind ja verrückt, die sind ja betrunken!» Dann vernahm er erstaunt jemanden, der in seiner persischen Muttersprache redete. Seltsam! Auch alle anderen Menschen um ihn aus den verschiedensten Nationen schienen jenen Mann dort zu verstehen. Von Jesus war die Rede, der nach dem Verbrechertod am Kreuz nicht im Grab verblieben, sondern von Gott auferweckt worden war. Der alte Mann ging zu Petrus – so hiess der Redner – und liess sich alles genau erzählen. Ohne Zweifel, es war das Kind von Betlehem, von dem Petrus erzählte. Jesus lebt. «Aber», so fragte der alte König, «wo ist er denn zu sehen?» Und Petrus, der schon begriffen hatte, sagte: «Er ist mitten unter uns, er ist in uns und um uns. Wir sind seine Münder, Augen, Gesichter, Hände, Füsse…»

Während sie noch sassen und sprachen, kam noch einmal das Brausen vom Himmel, und noch einmal senkten sich Feuerzungen auf jeden von ihnen. Da fiel es dem alten Mann wie Schuppen von den Augen. Seine Erinnerung wurde hellwach, und er sagte: «Als hätte der Stern von Bethlehem sich in viele Sterne geteilt! Jeder Stern steht über einem von uns.»

 

Und ihm wurde deutlich: Jeder von uns wird Bethlehem, jeder wird Krippe, in jedem von uns wird Jesus neu geboren – wie damals: empfangen vom Heiligen Geist!

Bibeltext vom Tag

Das Pfingstwunder
1 Als nun die Zeit erfüllt und der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren sie alle beisammen an einem Ort.
2 Da entstand auf einmal vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie sassen;
3 und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich zerteilten, und auf jeden von ihnen liess eine sich nieder.
4 Und sie wurden alle erfüllt von heiligem Geist und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen eingab.
5 In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.
6 Als nun jenes Tosen entstand, strömte die Menge zusammen, und sie waren verstört, denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.
7 Sie waren fassungslos und sagten völlig verwundert: Sind das nicht alles Galiläer, die da reden?
8 Wie kommt es, dass jeder von uns sie in seiner Muttersprache hört?
9 Parther und Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, von Judäa und Kappadokien, von Pontus und der Provinz Asia,
10 von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem kyrenischen Libyen, und in der Stadt weilende Römer,
11 Juden und Proselyten, Kreter und Araber - wir alle hören sie in unseren Sprachen von den grossen Taten Gottes reden.
12 Sie waren fassungslos, und ratlos fragte einer den andern: Was soll das bedeuten?
13 Andere aber spotteten und sagten: Die sind voll süssen Weins.

14 Petrus aber trat vor, zusammen mit den elfen, erhob seine Stimme und sprach:
Ihr Juden und all ihr Bewohner Jerusalems, dies sei euch kundgetan, vernehmt meine Worte!
(Apostelgeschichte 2,1-14)